Archiv der Kategorie: Köln-Filme

Vier Aufführungen im Herbst 2025

Im Kölner Stadtteil Mülheim ist die  Anlegestelle des Müllemer Böötchens seit einigen Jahren nach einem Unfall außer Betrieb.
Um die >>> Kommunalpolitik und den Schiffseigner zu bewegen, die Anlegestelle wieder herzurichten, wird es am 11. September 2025 eine öffentliche Veranstaltung  geben, denn das Müllemer Böötchen gehört zu Mülheim wie der Dom zu Köln 🙂
Im Rahmen dieser Veranstaltung  wird meine Videocollage >>>  Das letzte Müllemer Böötchen vorgeführt.


Zehn Tage später, am 21. September, wird mein Film über den >>> Takuplatz in Köln-Neuehrenfeld anlässlich des >>> Daach der kölschen Sproch (Tag der kölschen Sprache)  um 15.00 Uhr in der Kulturkirche von St. Barbara am Ansgarplatz zu sehen sein.


Im Nachbarschaftshaus der Wohnungsgenossenschaft «Die Ehrenfelder» (ebenfalls am Ansgarplatz) wird es zwei weitere Vorführungen meiner Filme auf Kölsch geben:
12. Oktober um 15.00 Uhr >>> Der Kallendresser lebt
16. November um 15.00 Uhr
>>> Das letzte Müllemer Böötchen
Der Eintritt ist kostenlos, aber wegen begrenzter Platzzahl wird vorherige Anmeldung erbeten bei Frau Liebl unter Tel. 16 85 74 59
oder ansgarstr@die-ehrenfelder.de

Die Veranstaltungsreihe wird im 1. Quartal 2026 mit meinen früheren Köln-Filmen, die ich noch nicht auf Kölsch erzäht habe, fortgesetzt:
Sonntag 25. Januar: Ingolf Bollenbach, der letzte Schäfer von Köln
Sonntag 15. März: Hans Broicher, 87, Bauer in Köln-Zündorf
Sonntag, 10. April: Der Schatz in der Wiehler Str.

 

Takuplatz em Veedel

Die Nacht ist ein anderer Ort ….
eine geheimnisvolle Graffiti auf dem Kiosk am Takuplatz im Kölner Vorort Neuehrenfeld.

Spurensuche: Mein neuer (sechster) Köln-Film wird einige Spuren verfolgen, die aus der jüngeren Geschichte  zum Takuplatz führen. Ein Film über einen Platz im Veedel *) – ein Thema ganz anderer Art in der Reihe meiner bisherigen Köln-Filme. Auf seine Art ein kölscher Heimatfilm

Erlebte und erzählte Geschichte :
Ein wenig passt das Grafitti zu dem Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg, dessen unterirdischen Reste hier noch vorhanden sind.

Dass diese Stahlplatte den Einstieg in den Bunker verschließt, ist nicht direkt erkennbar – man muss es wissen (… oder erzählt bekommen). Auch ist in Vergessenheit geraten, dass hier am Bunker seinerzeit ein Treffpunkt der Edelweißpiraten war. Edelweißpiraten – das waren die von Historikern sogenannten «unangepassten Jugendlichen», die mit der Hitlerjugend nichts zu tun haben wollten und  >>> von der Gestapo verfolgt und eingesperrt wurden.
In dem historischen Tatsachenroman Wir tanzen nicht nach Führers Pfeife von Elisabeth Zöller wird u.a. geschildert, wie sich einige Edelweißpiraten nach einem Bombenangriff der britischen Luftwaffe 1944 im Bunker am Takuplatz treffen.
Dieses Foto zeigt die Takustr. nach diesem Angriff:

Das ist nicht der einzige Bezugspunkt zur Zeitgeschichte auf und an diesem Platz. Die Namen Takuplatz, Takustr.,  Iltisstr. und Lansstr. erinnern an die >>> deutsche Kolonialgeschichte , weshalb das umgebende Veedel im Volksmund Chinesenviertel genannt wird. Auch das wird ein Thema des Filmes sein.
Diese Namen sind umstritten und die Diskussion über ihre Umbenennung flackert immer mal wieder auf. Zugleich verweisen sie auf die Wohnungsgenossenschaft Die Ehrenfelder, ohne die das ganze Veedel und auch diese Straßennamen gar nicht existieren würden.
Wie man sieht, werden auch auf so kleinen, unscheinbaren Plätzen die Spuren der Zeitgeschichte sichtbar … man muss sie nur suchen.

Die Tischtennisplatte und die Boulekugeln, die hier regelmäßig rollen und klackern, zeigen, dass der Takuplatz ein beliebter und sehr intensiv genutzter Ort im Leben des Stadtteils geworden ist. Sogar überregionale Bouleturniere und spontane Jazz-Sessions finden hier statt, wie im Film zu sehen sein wird.

Der Film wird die Fäden der Geschichte und des Alltagslebens aufzeigen, die sich auf diesem Platz berühren und kreuzen: Erzählungen von Menschen, die hier geboren wurden oder seit vielen Jahrzehnten hier leben und die den Platz bzw. das Veedel drumherum geprägt haben – wie z.B. die Ihrefelder Chinese, die hier regelmäßig ihre Sommerfeste feiern, das Projekt Kulturkirche in St. Barbara oder der Kiosk, der seit Juni 2024 von einem irakischen Flüchtling betrieben wird, der mit seiner Familie in Köln lebt.

Die Recherchen und Aufnahmen haben im Dezember 2023 begonnen.
25. März 2025: Letzter Drehtag mit >>> Rolly Brings. Mit ihm und >>> Janus Fröhlich, den ich schon im Sommer 2024 treffen konnte, haben zwei prominente Repräsentanten der kölschen Musikszene für den Film gesprochen!
Die kölsche Stimme von >>> Gertrud Meinert wird auch diesmal durch die Erzählung führen. Gertrud ist erfahrene Kölsch-Expertin beim Heimatverein Köln.
Den kölschen Text hat Gertrud am 13. Juni eingesprochen. Damit liegt auch erstmals eine kölsche Interpretation der berühmt-berüchtigen >>> Hunnenrede vor, die Kaiser Wilhelm II am 27. Juli 1900 anlässlich der Entsendung der deutschen Soldaten zum Kolonialkrieg gegen China gehalten hat.

Die Premiere hat am 25. Juni als Veranstaltung des >>> Heimatverein Köln stattgefunden200 Besucher/innen waren gekommen.
>>>
Bericht von Uwe Baltrusch in der Zeitschrift Krune un Flamme Nr. 112, Juli 2025 des Heimatverein Köln
Im Rahmen des Daach der kölschen Sproch (Tag der kölschen Sprache), der in diesem Jahr zum zweiten Mal von der >>> Stadt Köln aufgerufen wurde, war der Film  am 21. September 2025  in der Kulturkirche St. Barbara  am Ansgarplatz als gemeinsame Veranstaltung der Kulturkirche und des Nachbarschaftshaus der Wohnungsgenossenschaft Die Ehrenfelder zu sehen.

150 Zuschauer/innen waren am 21. September in die Kulturkirche gekommen. Der Beamer stand auf dem Altar und an der Wand unter dem Kreuz war der Film zu sehen. Für mich eine ganz besondere Veranstaltung, die mir wieder gezeigt hat, dass mein Anliegen „ankommt“: Menschen interssieren sich sehr für die Dinge, die vor ihrer Haustür passieren oder passiert sind. Heimatgeschichte  …

Artikel im >>> Kölner Stadt-Anzeiger vom 17.12.2025

Das Video auf >>> YouTube und auf >>> NRWision

>>> Poster zur Premiere  pdf 2,4 MB

Den Film widme ich Marita Dohmen (✝ 2023). Ihr verdanke ich die Anregung, meine Köln-Filme auch auf Kölsch zu erzählen. Bei meinem vierten  Film dieser Reihe, dem Film über das >>> Müllemer Böötchen, lernte ich sie als Kölsch-Expertin beim Heimatverein Köln kennen. Sie hat ihre Anregung auch gleich selber in die Tat umgesetzt …
Den Text für den darauffolgenden Film über den >>> Kallendresser hat sie noch geschrieben, erkrankte dann aber und verstarb.

*) Für Nicht-Kölner: Das <Veedel> ist im Kölschen der Begriff für das <Viertel>, also ein nicht ganz klar umgrenztes, innerstädtisches Gebiet (kleiner als ein Vorort), das von  gewachsenen nachbarschaftlichen Verbindungen und lokalen Traditionen geprägt wird. In Berlin würde man <Kiez> sagen und <Grätzl> in Wien …

……….

Foto Takustr 1944: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln

Brigitte Bilz gestorben

Brigitte Bilz, die ich im Jahre 2019 zusammen mit ihrem Mann Fritz in dem Videoportrait >>> Der Schatz in der Wiehler Straße gewürdigt habe, ist am 30.12.2023 gestorben.

Nach ihrer Pensionierung als Lehrerin an der Gesamtschule Köln-Holweide hat Brigitte sich als Historikerin und Autorin engagiert. Sie hat sich in ihren Publikationen – oft zusammen mit Fritz – besonders für die regionale/lokale Alltagsgeschichte und für die Zeitgeschichte aus der Perspektive der sog. «kleinen Leute» (die ja in Wahrheit gar nicht klein sind) interessiert.
Die >>> Bilz-Stiftung ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, was man «mit Geld machen kann»: Die Stiftung «zeichnet alljährlich lokale und regionale Institutionen aus, die sich entweder der Völkerverständigung widmen, sich für politisch, rassistisch oder religiös Verfolgte oder gegen Diskriminierung von Minderheiten einsetzen.»

Ein beispielgebendes Engagement, das über den Tod hinaus gesellschaftliche Wirkung entfaltet. Danke dafür, Brigitte!!!

 

Hans Broicher gestorben

Hans Broicher, Bauer in Köln-Zündorf, dem ich im Jahre 2018 das Videoportrait >>> Hans Broicher, Bauer, 87 gewidmet habe, ist am 26. Dezember 2023 gestorben.

Im Jahre 2017 haben wir uns auf dem Wochenmarkt in Köln-Ehrenfeld kennengelernt – er war 86 Jahre alt und im Jahr 2018 konnte ich das Portrait veröffentlichen. Meine Frage damals, ob ich ihn mit der Kamera begleiten dürfe, hat er spontan und vorbehaltlos bejaht.
Bis zuletzt hat er auf seinen Feldern und an den Marktständen gearbeitet … so wie seine Eltern und sein (vor zwei Jahren verstorbener) Bruder. Ein paar Tage vor seinem Tod habe ich auf dem Ehrenfelder Markt noch mit ihm gesprochen: Er war in Sorge, denn das wochenlange Regenwetter im Nov./Dez. 2023 hatte alle Aussaatpläne für die Erntesaison 2024 durchkreuzt.

Herr Broicher war ein bemerkenswerter Mensch: Ein freundlicher Mann, ein kluger und erfahrener Bauer mit einem beeindruckenden Arbeitsethos und einem wachen, immer etwas skeptischen Blick auf die Welt.
Für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar.

Marita Dohmen gestorben

Marita Dohmen, die «kölsche Stimme» in meinem Film über das >>> Müllemer Böötchen, ist am 6. Mai 2023 gestorben.

Ich habe Marita Dohmen  im Jahre 2020 anlässlich der Recherchen zu dem Film kennengelernt und sie fragte mich damals, ob ich den Film auf Hochdeutsch erzählen wolle.
Nichts anderes hatte ich vor, aber bei diesem Thema ginge das nicht, meinte sie – und als ich sie dann fragte, ob sie diese «Rolle» übernehmen könnte, hat sie sofort zugestimmt, die Drehmöglichkeit im Karnevalsmuseum arrangiert und sich vor die Kamera gesetzt.
Marita hat mich spontan und uneigennützig unterstützt und darüber hinaus mein Interesse für die «kölsche Sproch» neu geweckt. Dafür bin ich dankbar!
Sie liebte (… und lebte) die klassische «kölsche Sproch» wie man auf ihrer >>> Webseite nachlesen kann.
Obwohl sie schon sehr geschwächt war, hat sie es sich nicht nehmen lassen, im Krankenbett in der Universitätsklinik die hochdeutsche Version des Filmes über den >>> Kallendresser handschriftlich Wort für Wort ins Kölsche zu übersetzen.
Ich widme Marita Dohmen alle künftigen Köln-Filme.

Der «Kallendresser» lebt

Ein sympathischer Herr ist er ja (auf den ersten Blick) nicht gerade … der Kallendresser in Köln. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb??? – widme ich ihm meinen Köln-Film 2023alter-marktAnklicken für eine große Ansicht

Alter Markt 24 in der Kölner Altstadt, direkt vis-a-vis vom Historischen Rathaus. Hier «wohnt» er. Immer draußen an der frischen Luft und für die meisten Passanten kaum sichtbar. Es sei denn, sie wissen, dass er hier «wohnt» und schauen an der Hauswand nach oben: Dort nämlich hängt er unter der Dachrinne und zeigt allen, die es sehen wollen, den nackten Hintern – ein Werk des Bildhauers >>> Ewald Mataré, ehem. Professor der Kunstakademie Düsseldorf.

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Das letzte «Müllemer Böötchen»

Mein erster Film auf Kölsch: Das Müllemer Böötchen ist ein Kölner Wahrzeichen: Seit 1936 ist es durch das Karnevalslied  Heidewitzka Herr Kapitän, mem Müllemer Böötche fahre mer su jän von Karl Berbuer weit über Köln hinaus bekannt und Element der «Kölner Identität» – nicht nur zur Karnevalszeit. Das letzte «Müllemer Böötchen» weiterlesen

Der Schatz in der Wiehler Straße

Wiehler Str. in Köln-Brück. Hier wohnen Brigitte und Fritz Bilz Fritz ist Historiker, war Gewerkschaftssekretär (bei der ÖTV, einer Vorläuferorganisation von ver.di) Brigitte ist pensionierte Lehrerin. Der Vater von Fritz  war Schlosser – seine Mutter war Näherin. Als die Eltern 1998 gestorben waren und Fritz und Brigitte das elterliche Häuschen in der Wiehler Str. entrümpeln wollten, fanden sie zu ihrer maßlosen Überraschung (im Hause verteilt) ein gespartes Vermögen im Werte von 500.000 DM:

Hans Broicher, Bauer, 87

«Was soll ich denn irgendwo in der Welt, wenn es hier am schönsten istOriginalzitat von Hans Broicher, dem ältesten aktiven Bauern in Köln.

Hans Broicher war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten (2018) 87 Jahre alt . Er betreibt (zusammen mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Ludwig) einen landwirtschaftlichen Hof (ohne Viehzucht) in Köln-Zündorf.

An vier Tagen in der Woche verkauft er selbst angebautes Gemüse und Obst auf Kölner Wochenmärkten. Er steht zwischen 4.00 und 5.00 Uhr auf und geht gegen 22.00 Uhr schlafen.

Hans Broicher, Bauer, 87 weiterlesen

Ingolf Bollenbach … der letzte Schäfer von Köln

Ingolf Bollenbach ist Schäfer in Köln. Seine Herde zählt 300 Mutterschafe. Im Dezember 2016 wurden ca. 200 Lämmer geboren.

Von August 2016 bis Dezember 2017 war ich alle paar Wochen bei Ingolf Bollenbach, den Schafen und Lämmern sowie Senta, der Schäferhündin. Ingolf Bollenbach … der letzte Schäfer von Köln weiterlesen